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AED
Maßnahmen zur Bekämpfung von Herzkreislauf-Erkrankungen
Unter der Kennzeichnung „Drucksache 614/07“ (www.bundesrat/parlamentsmaterialien/drucksachen) hat der Deutsche Bundesrat am 28.08.07 eine Entschließung des Europäischen Parlaments vom 12. Juli veröffentlicht, die nicht nur die problematische Entwicklung aufzeigt, sondern auch überraschend deutlich detaillierte Forderungen im Sinne einer Verhältnisprävention von Herz-Kreislauferkrankungen formuliert.
Was diese Entschließung so bemerkenswert erscheinen läßt, ist die unmißverständliche Forderung nach wirksamen Präventionsstrategien einschließlich Früherkennungsprogrammen. Erkannt ist offensichtlich die Hilflosigkeit oder auch Unfähigkeit der Gesundheitswirtschaft, die epidemieartige Ausbreitung der Herz-Kreislauferkrankungen wirksam zu stoppen. Bemerkenswert ist auch, daß die Entschließung „fordert“, nicht nur „empfiehlt“, u.a. auch die Evaluierung nationaler Programme und die Einrichtung von Datenbanken zur Beobachtung der Prävalenz, der Mortalität, der Morbidität und der Verteilung der Risikofaktoren in allen Mitgliedstaaten.
„Es ging zunächst um die Frage, ob es in einem föderalistisch organisierten Staat wie der Bundesrepublik Deutschland mit einem auf dem Prinzip der Selbstverwaltung basierenden Gesundheitssystem möglich ist, gemeinsame Gesundheitsziele
Gemeinsame Ziele in einem gegliederten Gesundheitssystem sind erforderlich, um neuen Herausforderungen und Gesundheitsgefahren mit abgestimmten Strategien
Auch wenn die sechs nationalen Gesundheitsziele
wesentliche Aspekte und Risikofaktoren für die Ausbildung von Herz-Kreislauferkrankungen erfassen, so fehlt bis heute auf Bundesebene das Gesundheitsziel „Verringerung der koronaren Herzkrankheit“, das in Schleswig-Holstein aufgrund der erschreckenden Morbiditäts- und Mortalitätsdaten (vgl. „Sterblichkeit in Schleswig-Holstein 1980 bis 1998“, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein, November 2001) seit 2003 vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren gefördert wird.
Eingebunden in das Gesundheitsziel ist HerzIntakt® – eine Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein, eine landesweite Aktion der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V. (LAG), die mit sehr bescheidenen finanziellen Mitteln, dafür um so mehr menpower, zumindest versucht, verschiedene Maßnahmen im Sinne der Primär-, Sekundär- und Verhältnisprävention zu realisieren (vgl. www.herzintakt.net).
Schleswig-Holstein ist auch bisher das einzige Bundesland, in dem (von der LAG) ein AED-Kataster eingerichtet wurde (s. Forderung Nr. 2 Entschließung des EU-Parlaments).
Politische Initiativen und vor allem gesetzliche Vorgaben sind nicht nur wichtig, sondern im Bereich der Verhältnisprävention unbedingt erforderlich. Auch wenn die Umsetzung der EU Entschließung ein langwieriger Prozeß sein wird und wieder einmal unendliche Geduld erfordern wird, so kann die Schaffung von Öffentlichkeit, die gezielte Information von Entscheidungsträgern und der Blick über den Tellerrand im Sinne eines multisektoriellen Ansatzes möglicherweise diesem Prozeß förderlich sein. Um pflichtgemäß auch noch die moralische Dimension zu strapazieren: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (Erich Kästner).
© herzintakt | Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V.
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