Unser Ursprungsprojekt, gegründet als Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein mit dem Ziel, die Bevölkerung über Herz-Kreislauferkrankungen aufzuklären und Information zu bieten.

Maßnahmen zur Bekämpfung von Herzkreislauf-Erkrankungen

Unter der Kennzeichnung „Drucksache 614/07“ (www.bundesrat/parlamentsmaterialien/drucksachen) hat der Deutsche Bundesrat am 28.08.07 eine Entschließung des Europäischen Parlaments vom 12. Juli veröffentlicht, die nicht nur die problematische Entwicklung aufzeigt, sondern auch überraschend deutlich detaillierte Forderungen im Sinne einer Verhältnisprävention von Herz-Kreislauferkrankungen formuliert.

Das Europäische Parlament (EP) kann zu jedem ihm wichtig erscheinenden Thema Entschließungen annehmen, um Diskussionen in Europa anzustoßen und institutionelle Entwicklungen voranzubringen. Antragsberechtigt ist jeder Abgeordnete des EP. Eine Entschließung des EP ist rechtlich nicht bindend, sondern enthält lediglich Zielformulierungen. Darin wird die Position des EP zu einem Thema zum Ausdruck gebracht und weitere Institutionen aufgefordert, die formulierte Position zu unterstützen. Um Aufforderungen des EP an die Mitgliedsstaaten auf Landesebene aufzugreifen, die in die Entschließung eingeflossen sind, und diesen Nachdruck zu verleihen, gibt es die Möglichkeit, einen Antrag zu formulieren, in dem die Landesregierung/Bundesregierung aufgefordert wird, entsprechend der Leitlinie des EP zu handeln. (SPD-Fraktion Schleswig-Holsteinischer Landtag)

Bezugnehmend auf die außerordentliche Unterstützung von Maßnahmen zur Bekämpfung anderer stark verbreiteter Krankheiten, wie Brustkrebs und Diabetes, hat das Europäische Parlament 20 Forderungen an die „Kommission für ein Aktionsprogramm im Bereich der öffentlichen Gesundheit“ und die EU Mitgliedstaaten übermittelt, die u.a. optimale Präventionsstrategien, Vorsorgeuntersuchungen, Behandlung und Rehabilitation sowie EU-weite Strategien zur Bekämpfung von Herz-Kreislauferkrankungen einfordern. Gleichzeitig werden die Kommission und die Mitgliedstaaten aufgefordert, gemeinsame Kampagnen zu entwickeln und durchzuführen, die Vergleichbarkeit der Daten zu verbessern und den regelmäßigen Erfahrungs-, Informations- und Datenaustausch zu fördern. Es fehlt auch nicht die Empfehlung zur Berücksichtigung geschlechtsbedingter Unterschiede und der Hinweis auf das Recht zur Teilhabe aller Europäer unabhängig ihrer Nationalität, ungleiche Voraussetzungen in den Mitgliedstaaten sollen bekämpft und Lücken geschlossen werden. Schließlich gibt es noch den Hinweis auf vorhandene Finanzierungsmöglichkeiten.

Was diese Entschließung so bemerkenswert erscheinen läßt, ist die unmißverständliche Forderung nach wirksamen Präventionsstrategien einschließlich Früherkennungsprogrammen. Erkannt ist offensichtlich die Hilflosigkeit oder auch Unfähigkeit der Gesundheitswirtschaft, die epidemieartige Ausbreitung der Herz-Kreislauferkrankungen wirksam zu stoppen. Bemerkenswert ist auch, daß die Entschließung „fordert“, nicht nur „empfiehlt“, u.a. auch die Evaluierung nationaler Programme und die Einrichtung von Datenbanken zur Beobachtung der Prävalenz, der Mortalität, der Morbidität und der Verteilung der Risikofaktoren in allen Mitgliedstaaten.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass bereits im Jahr 2000 das Bundesministerium für Gesundheit begonnen hat, das Projekt gesundheitsziele.de als Modellprojekt zu fördern.
„Es ging zunächst um die Frage, ob es in einem föderalistisch organisierten Staat wie der Bundesrepublik Deutschland mit einem auf dem Prinzip der Selbstverwaltung basierenden Gesundheitssystem möglich ist, gemeinsame Gesundheitsziele zu entwickeln und umzusetzen. Gesundheitsziele werden hierbei verstanden als verbindliche Vereinbarungen der verantwortlichen Akteure im Gesundheitssystem.
Gemeinsame Ziele in einem gegliederten Gesundheitssystem sind erforderlich, um neuen Herausforderungen und Gesundheitsgefahren mit abgestimmten Strategien begegnen zu können. Die Orientierung an Gesundheitszielen, die notwendige Vernetzung und die sektorübergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure sind dabei von grundlegender Bedeutung.“ (gesundheitsziele.de, Bundesministerium für Gesundheit, Juli 2007)

 

Auch wenn die sechs nationalen Gesundheitsziele

  • Diabetes mellitus Typ 2
    Erkrankungsrisiko senken, Erkrankte früh erkennen und behandeln
  • Brustkrebs
    Mortalität vermindern, Lebensqualität erhöhen
  • Depressive Erkrankungen
    verhindern, früh erkennen, nachhaltig behandeln
  • Gesund aufwachsen
    Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung
  • Tabakkonsum reduzieren
  • Gesundheitliche Kompetenz erhöhen, Patientensouveränität stärken 

wesentliche Aspekte und Risikofaktoren für die Ausbildung von Herz-Kreislauferkrankungen erfassen, so fehlt bis heute auf Bundesebene das Gesundheitsziel „Verringerung der koronaren Herzkrankheit“, das in Schleswig-Holstein aufgrund der erschreckenden Morbiditäts- und Mortalitätsdaten (vgl. „Sterblichkeit in Schleswig-Holstein 1980 bis 1998“, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein, November 2001) seit 2003 vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren gefördert wird.

Eingebunden in das Gesundheitsziel ist HerzIntakt® – eine Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein, eine landesweite Aktion der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V. (LAG), die mit sehr bescheidenen finanziellen Mitteln, dafür um so mehr menpower, zumindest versucht, verschiedene Maßnahmen im Sinne der Primär-, Sekundär- und Verhältnisprävention zu realisieren (vgl. www.herzintakt.net).

Schleswig-Holstein ist auch bisher das einzige Bundesland, in dem (von der LAG) ein AED-Kataster eingerichtet wurde (s. Forderung Nr. 2 Entschließung des EU-Parlaments).

Politische Initiativen und vor allem gesetzliche Vorgaben sind nicht nur wichtig, sondern im Bereich der Verhältnisprävention unbedingt erforderlich. Auch wenn die Umsetzung der EU Entschließung ein langwieriger Prozeß sein wird und wieder einmal unendliche Geduld erfordern wird, so kann die Schaffung von Öffentlichkeit, die gezielte Information von Entscheidungsträgern und der Blick über den Tellerrand im Sinne eines multisektoriellen Ansatzes möglicherweise diesem Prozeß förderlich sein. Um pflichtgemäß auch noch die moralische Dimension zu strapazieren: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (Erich Kästner).

herzintakt - Eine Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein

Sich wohl fühlen und gesund bleiben bis ins hohe Alter steht für die meisten Deutschen an erster Stelle ihrer Wünsche. Dass Gesundheit in besonderem Maße selbstbestimmt und beeinflussbar ist, wird dabei oft übersehen. Auch ein noch so gutes, hochentwickeltes und damit teures „Gesundheitssystem“, das in der Regel erst in Anspruch genommen wird, wenn die Gesundheit bereits beeinträchtigt ist, kann die Vernachlässigung der persönlichen Quellen zur Gesunderhaltung nicht auffangen. Unsere Gesundheitsinitiative trägt maßgeblich dazu bei, das Gesundheitsziel zur Verringerung der koronaren Herzerkrankung des Landes Schleswig-Holstein zu erreichen.


Vorbeugung beginnt mit Aufklärung und Information der Bevölkerung.
Nach dieser Devise hat die Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V. gemeinsam mit verschiedenen Partnern unter der finanziellen Förderung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein, für Laien konzipierte Schulungsprogrammen erarbeitet, die landesweit die frühzeitige Sterblichkeit an der koronaren Herzerkrankung bekämpfen sollen.

Mit den fünf Schulungsprogrammen zu den Themen

 

  • Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen
    Autor: Prof. Dr. med. K.-D. Kolenda
  • Richtiges Verhalten im Ernstfall, d.h. auch Erkennen von Krankheitssymptomen und frühzeitige Behandlung
    Autor: Prof. Dr. med. M. Kentsch, Chefarzt der medizinischen Klinik des Klinikums Itzehoe
  • Herz-Lungen-Wiederbelebung für Laien mit Informationen über die Handhabung von AED
    Autor: Horst Theede, Kardiologe Flensburg
  • Frauen und koronare Herzkrankheit
    Autoren: Dr. med. Birke Schneider, Chefärztin Sana Kliniken Lübeck in Zusammenarbeit mit
    Dr. med. Uwe Becker, Oberarzt Mühlenbergklinik Bad Malente
  • Diabetes Mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen
    Autor: Dr. Wynand Grote, Oberarzt Mühlenbergklinik, Bad Malente

sollen alle Schleswig-Holsteiner über die Möglichkeiten zur Verhinderung der koronaren Herzkrankheit, das Erkennen von Symptomen und die richtige Reaktion im Ernstfall aufgeklärt sowie in der Herz-Lungen-Wiederbelebung geschult werden.

In Zusammenarbeit mit den Land-Frauenvereinen hat die LAG seit 2003 außerordentlich erfolgreich die Schulungsprogramme vermittelt und unter Mitwirkung und mit großem Engagement der Hausärzte vor Ort zahlreiche Veranstaltungen landesweit organisiert und für ca. 7.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeboten.

Im  Rahmen der Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein hat die LAG mittlerweile über 14.400 Schleswig-Holsteiner und Schleswig-Holsteinerinnen mit Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen erreicht.

Das ist möglich geworden durch eine enge Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Schleswig-Holstein, dem LandFrauenverband, mit Seniorenbeiräten, ambulanten Herzgruppen, der Apothekerkammer Schleswig-Holstein und vielen anderen interessierten Gruppierungen.

Mit dem erklärten Ziel, flächendeckend möglichst umfassend alle Menschen über die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufzuklären und für das Verhalten im Ernstfall zu schulen, möchte die Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V., als verantwortliche Koordinationsstelle, auch andere, gut strukturierte Vereine, Verbände, Institutionen, Gemeinden, größere Firmen und Arztpraxen als Multiplikatoren gewinnen.

Das Schulungsmaterial steht als Powerpoint-Version oder Folienvortrag mit Texten zur Verfügung. Für das Modul Prävention kann ergänzend ein interaktives Spiel zur Ernährung ausgeliehen werden. Auch das Modul „Richtiges Verhalten im Ernstfall“ beinhaltet Anleitungen für interaktive Spielsituationen. So werden außergewöhnliche Notfallsituationen (z.B. Herzstillstand auf einer eingeschneiten Ski-Hütte) vorgegeben, für die eine angemessene Strategie zur Beherrschung dieses Notfalls entwickelt werden soll.

Der Notfall im Alltag soll damit nicht kleingeredet, sondern die erforderlichen Maßnahmen in häuslicher Umgebung als relativ gut organisierbare Hilfeleistung vermittelt werden.

Für die Herz-Lungen-Wiederbelebung sind zwei Trainingspuppen und zwei Schulungs-AED (Automatischer Externer Defibrillator) vorhanden.

Defibrillatoren kommen bei einem Herzstillstand zum Einsatz, mittels elektrischer Impulse soll die Pumpfunktion des Herzens wiederhergestellt werden. Diese automatischen Defibrillatoren sind für den Einsatz durch Laien konzipiert, die Handhabung des AED wird ausschließlich demonstriert, eine Schulung muss von einer autorisierten Sanitätsschule vorgenommen werden.

Bei Bedarf werden geeignete Referenten vermittelt.

Das Material wird leihweise zur Verfügung gestellt, evtl. Porto- und/oder Transportkosten übernimmt der Veranstalter.

Zum Selbstkostenpreis können außerdem Schutzmasken für die Beatmung erworben werden.

Dank der finanziellen Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein ist es der LAG möglich, zusätzlich ergänzende Maßnahmen durchzuführen.

Mit der „Sprechstunde rund ums Herz“ werden Vorträge mit der Möglichkeit zum Gespräch angeboten, die alle Themen zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen aufgreifen. Landesweit werden hierzu Veranstaltungen für Interessierte angeboten, auch andere Veranstalter können dieses Angebot anfordern.

Außerdem werden Fachkräfte für Kurse aus den Bereichen Bewegung und Ernährung vermittelt.

Bei Interesse nehmen Sie bitte mit Frau Berke Kontakt auf.

Bestellen Sie die erfolgreichen herzintakt-Module!

Auch Sie können die erfolgreichen Schulungsmodule unserer Gesundheitsinitiative bestellen. Die Module sollten nur durch medizinisch vorgebildete Personen abgehalten werden.

Füllen Sie dazu bitte einfach den Bestellbogen aus und faxen Sie ihn an unsere Geschäftsstelle.

Für Spenden sind wir natürlich dankbar. Wir erwarten von Ihnen jedoch nur, dass Sie im Anschluss an eine Veranstaltung unseren Fragebogen ausfüllen und uns berichten, wie der Einsatz bei Ihnen funktioniert hat. Gern informieren wir auch im Vorfeld über eine Veranstaltung bei Ihnen und unterstützen Sie bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Bei Fragen stehen wir gern zur Verfügung!

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