Projekt zum Ausbau der Frühdefibillation durch Verbreitung von AED

AEDs in schleswig-holsteinischen Sparkassen

Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf und schleswig-holsteinische Sparkassen fördern Versorgung mit AEDs (Automatisierte Externe Defibrillatoren)

In einer beispielhaften Kooperation zwischen den schleswig-holsteinischen Sparkassen und der Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V. (LAG) sollen langfristig die Geschäftsstellen der Sparkassen in Schleswig-Holstein mit einem Automatisierten Externen Defibrillator (AED) ausgestattet werden. In Zusammenarbeit mit dem Sparkassen- und Giroverband sind bereits oder werden in Kürze 27 Standorte von der LAG mit einem AED ausgestattet.


Mit dem Ziel, eine möglichst breite Öffentlichkeit für die Verhinderung der Sterblichkeit am Plötzlichen Herztod herzustellen, wird diese Maßnahme ergänzt durch entsprechende Schulungen und Informationsveranstaltungen, die von der LAG organisiert und durchgeführt werden.

Bei der Suche nach geeigneten Standorten und Einrichtungen, die den permanenten Zugang zu AED-Geräten nicht nur ermöglichen, sondern auch landesweit vorhanden und im Bewusstsein der Bevölkerung allgemein bekannt und vertraut sind, bieten sich die lokalen Geschäftsstellen der Sparkassen in besonderer Weise an.

 

Die Geschäftsstellen der Sparkassen sind praktisch in jedem Ort vorhanden, gut erreichbar und im Bewusstsein der Bevölkerung allgemein bekannt und vertraut. Außerdem, und das ist ein entscheidender Gesichtspunkt, ist der Zugang auch außerhalb der Geschäftszeiten möglich, entsprechende Vorrichtungen bei der Installation der AED-Geräte können einen Diebstahl und/oder Vandalismus weitgehend verhindern. Das bedeutet, wer im Besitz einer gültigen EC-Karte ist, kann das Gerät zu jeder Zeit erreichen und an den Ort des Notfalls mitnehmen."Die schleswig-holsteinischen Sparkassen wollen mit gutem Beispiel vorangehen. Wir hoffen, dass von unserem Engagement eine Signalwirkung für andere Institutionen, Behörden, Firmen und sonstige Einrichtungen ausgeht, ebenfalls AED an zentralen Orten zu installieren und damit die frühzeitige Sterblichkeit in Schleswig-Holstein effektiv zu verringern", so Jörg-Dietrich Kamischke, Präsident des Sparkassen und Giroverbandes für Schleswig-Holstein.

In den Sparkassen Hohenwestedt, Mittelholstein, Bordesholmer Sparkasse, Förde Sparkasse, Sparkasse Südholstein, Landsparkasse Schenefeld, Sparkasse Hennstedt-Wesselburen, Sparkasse Holstein, Sparkasse zu Lübeck, Nord-Ostsee-Sparkasse, Sparkasse Westholstein und dem Sparkassen- und iroverband mit den Standorten: Bad Oldesloe, Bad Segeberg, Bordesholm, Büdelsdorf, Eutin, Hademarschen, Heide, Hennstedt/ Dith., Hohenwestedt, Itzehoe, Kaltenkirchen, Kappeln, Kiel, Laboe, Lübeck, Meldorf, Neumünster, Nortorf, Pinneberg, Plön, Preetz, Rendsburg, Schenefeld, Schleswig, Uetersen und Westerland sind bereits AED-Geräte installiert bzw. vorgesehen.

Das vom Sparkassen- und Giroverband in Schleswig-Holstein geförderte Projekt ist Bestandteil von Herzintakt – einer Gesundheitsinitiative für Schleswig-Holstein, die auf Anregung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren im Mai 2002 von der LAG ins Leben gerufen wurde und in Schleswig-Holstein Maßnahmen anregen und fördern soll, die geeignet sind, die Sterblichkeit an der Koronaren Herzerkrankung (KHK) und am Plötzlichen Herztod zu verhindern, zu verringern oder ihr vorzubeugen.

Das AED Projekt wird von den 15 schleswig-holsteinischen Sparkassen außerordentlich engagiert unterstützt. Vielfach wurden bereits weitere Standorte in Eigenregie mit AED Geräten ausgestattet, so z.B. das DRK in Ratzeburg, das Elbe Ice Stadion in Brokdorf und die Sporthalle in Wilster. Außerdem haben andere Einrichtungen, Firmen, Institutionen o.ä., die über entsprechende Pressemeldungen auf die Aktion aufmerksam geworden sind, ihr Interesse bekundet, ebenfalls Geräte anzuschaffen.

Jeder Zweite in Deutschland stirbt derzeit durch eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems. Ca. 100.000 Menschen sterben jährlich am Plötzlichen Herztod, wobei hier die Koronare Herzerkrankung als Hauptursache zu benennen ist. Von 295.000 Herzinfarktpatienten pro Jahr verstarben 172.000 (88.000 Frauen, 84.000 Männer), also 60 %. Etwa 30 % der Infarktpatienten sterben, bevor sie das Krankenhaus erreichen.

Auf Schleswig-Holstein projiziert bedeutet das: 9.200 Herzinfarkte pro Jahr bzw. 25 Herzinfarkte täglich, von denen 15 Menschen sterben, d.h. 5.400 pro Jahr, was einem Ort wie Kropp entspricht.

Ein wesentliches Ziel von Herzintakt ist deshalb die Förderung der flächendeckenden Versorgung  der schleswig-holsteinischen Bevölkerung mit Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED), so genannte Laien-Defibrillatoren, zur schnellen und wirksamen Hilfe bei einem Herzstillstand, um den Plötzlichen Herztod zu verhindern:

Bei einem Herzstillstand wird das elektrische System des Herzens kurzgeschlossen, der Herzmuskel beginnt zu flimmern und kann seine Pumpfunktion nicht mehr ausführen. Der Kreislauf bricht zusammen, lebenswichtige Körperfunktionen versagen, nach ca. 10 Minuten ist der Betroffene kaum noch zu retten. Die Herzdruckmassage zur Aufrechterhaltung des Kreislaufs und die Defibrillation des Herzens sind die einzigen effektiven Maßnahmen zur Wiederbelebung!

Die Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) oder auch Erste-Hilfe-Defibrillatoren wurden für die Anwendung für Laien entwickelt. Mit einem Gewicht von ca. 1,5 kg kann das kleine Gerät mühelos zum Einsatzort gebracht werden. Mit eindeutigen und ruhigen Sprachanweisungen führt das Gerät durch jeden Schritt der Anwendung, einschließlich Schockabgabe und Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Ein Schock kann nur bei einem Herzstillstand abgegeben werden, das Gerät analysiert mit 100%iger Sicherheit den Herzrhythmus, ein Mißbrauch ist damit ausgeschlossen.

Empfohlen wird allerdings auf jeden Fall eine Anwenderschulung einschließlich Auffrischung der Kenntnisse über sonstige Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Die Anwendung des Defibrillators ist so einfach, dass jeder das Leben eines Kollegen, Freundes oder einer anderen Person retten kann.